Vor kurzem habe ich Michael getroffen und musste die kuriose Feststellung machen, dass es in meinem Leben schon drei wichtige Franzosen gegeben hat. Dabei habe ich im grossen und ganzen bis jetzt in meinen fast 30 Lebensjahren insgesammt kaum mehr als einen Monat in Frankreich verbracht.

Da ist mein lieber Freund Benoît der verrückt nach Whitney Houston ist und gerne eine Stimme hätte wie Freddy Mercury.

Und dann André. Uff, das war mal was. Ich lernte ihn bei meinem Auslandssemester in Manchester kennen. Eigentlich waren wir das ideale Paar: Er böser Junge, ich (zumindest nach aussen hin noch) braves Mädchen. Aber unsere Beziehung war schliesslich genau so heiss wie kurz und ich brauchte ziemlich lang um mich davon zu erholen. Jetzt nicht im negativen Sinne. Manche Personen vergisst man einfach nicht. Er hatte grosse braune Rehaugen und war wirklich extrem hübsch. Mein Schatz wird noch heute jedes Mal eifersüchtig wenn er ein Foto von ihm sieht. ;-) Aber das seltsamste war seine Stimme, die so überhaupt nicht zu seinem Aussehen passte. Tief und rauh, fast wie eine Berührung.

Ich hatte schon immer ein Schwäche für tiefe Männerstimmen. Als ich 16 war, fiel mir zum ersten mal eine CD von Leonard Cohen in die Hände und eine Zeitlang habe ich nichts anderes gehört. Nicht so unbedingt wegen der Musik, die habe ich erst viel später verstanden, sondern wegen seiner Stimme. In diesem Alter durfte man noch verrückt sein. Man hat zwar nicht viel verstanden, aber man durfte verrückt sein.

Könnte ich heute überhaupt noch auf die Weise wie damals für eine andere Person schwärmen? Egal ob Schauspieler, Sänger… Ihr meine ganze Liebe zu Füssen legen, obwohl mir eigentlich vollkommen klar sein sollte, dass meine Liebe niemals erwiedert werden wird. Niemals! Würde ich das überhaupt wollen? Nein, ich glaube nicht. Da ist mir die Realität doch tausend mal lieber. ;-)