Man, man, man, typisch Montag.
Heute morgen gab es mal wieder ein absolutes Verkehrschaos. Nein, nicht etwa, weil irgendwo ein schlimmer Unfall passiert, oder weil eine Brücke eingestürzt wäre, sondern weil es Nebel hatte. Gaaaanz viel Nebel, ganz schlimmen bösen Nebel, nur ungefähr 30 – 40 Meter Sichtweite.
Meine Güte, das ist für mich kein Nebel, das ist nichts weiter als ein bisschen Dunst! Nebel hat es, wenn man kaum mehr die Rücklichter des vorausfahrenden Autos sehen kann. Dann ist ein Verkehrschaos gerechtfertigt, aber doch nicht bei dem bisschen Wasserdampf.
Nun, die Spanier sahen das anders und sperrten auch gleich noch den Flughafen in Valencia für den Rest des Vormittags. Und dass wo ich heute Leute verschiffen, bzw. verfliegen sollte.

Und gerade eben, als ich sie endlich in der Luft hatte, bekam ich aus England einen Anruf, dass der Flughafen von Newcastle, zu dem sie eigentlich fliegen sollten, wegen starkem Schneefall bis auf weiteres geschlossen ist und deshalb ihre Anschlussflüge evtl. gecancelt, bzw. zu anderen Flughäfen umgeleitet würden. Na super.
Ich hätte im Moment gute Lust sie ihrem Schicksal zu überlassen, immerhin sind es erwachsene Männer, die alle hohe Posten innehaben, und somit dazu fähig sein sollten, mit solchen Widrigkeiten des Schicksals umzugehen. Aber dafür werde ich leider nicht bezahlt, und da das Rennschwein, das sich leider auch in eben diesem Flugzug befindet, ein offiziell registrierter Hysteriker, mit Hundemarke, Hysterikerausweis und allem drum und dran, ist, werde ich wohl genaueres herausfinden müssen, um ihn bei seiner Zwischenlandung in Paris die nötigen Informationen durchzugeben.

Chefe dagegen scheint mir, bringt seinem Job nicht mehr den nötigen Ernst entgegen. Heute Vormittag tauchte er nicht im Büro auf und bequemte sich erst mittags anzurufen und mir mitzuteilen, dass er eben mal einen Familienausflug nach Barcelona machte (zum WSS – Shoppen höchstwahrscheinlich) und dass er heute nicht vorhätte in die Arbeit zu kommen, wir könnten ihn ja auf dem Handy erreichen.
Na toll, das mach ich demnächst auch so. Bleib einfach zu Hause und wenn was ist, kann er mich ja anrufen.

Ansonsten kann ich nun von mir behaupten Tannöd von Andrea Maria Schenkel gelesen zu haben.
Es ist gut, das Buch. Die Geschichte fast bis zum Ende, wo man schliesslich erahnt, wer der Mörder ist, spannend. Es hat Lokalkolorit, die Autorin bringt die Personen zum Sprechen, fällt deshalb aber nicht in unverständlichen Dialekt.

Ein Geniestück, wie im Klappentext behauptet, finde ich es aber nicht. Ein Krimi halt, und Punkt. (Wobei ich gestehen muss, dass Krimis mich noch nie besonders inspiriert haben, und ich deshalb kaum welche lese.)
Und weil wir gerade beim Wort Punkt sind: Frau Schenkel hat die Geschichte sehr schnell dorthin gebracht, – auf den Punkt -, ohne sich lange irgendwo aufzuhalten.
Andere Autoren würden das, was sie geschrieben hat, vielleicht als Grundgerüst benutzen, um darum einen Roman aufzubauen.

Damit will ich nicht sagen, dass ich das schlecht finde. Auch in der Kürze liegt manchmal die Würze. Nein, finde ich überhaupt nicht schlecht. Is halt so. Aber was Besonderes? Nein, finde ich nicht. Ganz im Gegenteil, irgendwie habe ich das Gefühl, man hätte mehr aus dieser Geschichte machen könnten.
Aber das ist wahrscheinlich Geschmackssache. Ihr dürft mir gerne die Meinung sagen.