Gestern hat mir Paquiii!!! ihren Familienschatz, wie sie es nennt, gezeigt.
Ein ganzer Stoss französischer und schweizer Postkarten aus den Jahren 1902 – 1910. Nein, keine Sammelstücke, sondern Postkarten die damals wirklich jemand geschrieben hat, die verschickt wurden und einen Empfänger hatten.
Die meisten davon sind von einem kleinen französischen Jungen, der an seine Eltern und an seine Grossmutter schreibt.
Das Kuriose daran ist, dass, wenn man nur den Text betrachtet, diese Postkarten genau so gut erst gestern von irgendeinem x-beliebigen Kind geschrieben worden sein könnten. Der Junge erzählt, was es zu essen gab, dass die Oma ihm Süssigkeiten gekauft hat, dass er mit seinen Freunden gespielt hat und wie toll es ist Ferien zu haben.
Gleichzeitig weiss man, dass dieser Junge inzwischen alle Lebensstadien durchgemacht hat, und selbst wenn er 100 Jahre alt geworden wäre, heute nicht mehr am Leben sein kann.
Das stimmt mich irgendwie nachdenklich, ich weiss auch nicht warum.
Die Welt mag sich in den letzten 100 Jahren verändert haben wie nie zuvor, die Menschen aber sind tief in ihrem Inneren die gleichen geblieben.
Vielleicht wiederholt sich die Geschichte deshalb ständig? Weil der Mensch nun mal Mensch bleibt, so sehr sich auch die Umwelt und die Werte wandeln? Vielleicht scheint deshalb niemand aus der Geschichte zu lernen, weil das Lernen ein Vorgang ist, der sich auf die Dauer eines Menschenlebens beschränkt, und jeder Mensch, der neu geboren wird, wieder mit dem gleichen Prozess anfangen muss, mit den selben angeborenen Reaktionen zu kämpfen hat, den gleichen Instinkten unterworfen ist?
Wird in 100 Jahren irgendjemand auch meine Postkartensammlung aufgehoben haben und sich genau die gleichen Fragen stellen?
Januar 24, 2008 at 7:01
*gänsehaut*
diese gedanken mache ich mir auch immer, auch wenn man in alten häusern ist … was die wände wohl schon alles gesehen haben, was für dramen sich da vielleicht abgespielt haben … oder in ruinen… da denke ich immer, wenn man die zeit durchtrennen könnte, nur mal ein blick rüber werfen als die mauern noch standen und wie die menschen hier rumgelaufen sind … die hätten doch nie gedacht, dass ihre burg mal verfallen sein würde und dann touris da hinkommen, frauen mit hosen und so …
ich liebe auch romane wo sich gegenwart und vergangenheit irgendwie verschmelzen..
*träm* – danke für die inspiration
LG
Januar 24, 2008 at 10:05
@ buchmaus
oh ja, das wäre schon toll, wenn man einfach mal so in die Vergangenheit könnte. Da gäbe es sehr viele Orte und Zeitpunkte die ich einmal hautnah selbst miterleben und sehen möchte. Sooo viele!
Manchmal, wenn ich ein Bild sehe oder irgendetwas lese, bekomme ich richtig Sehnsucht danach es selbst mit meinen eigenen Augen zu sehen, die Umgebung zu fühlen, zu hören. Vor allem die Zeiten aus denen es nur Schwarz-Weiss Fotos gibt faszinieren mich. Ich komme einfach nicht drum rum mich zu fragen: Wie sah das ganze in Farbe aus?!
Welchen Roman würdest du denn da empfehlen?
Januar 24, 2008 at 9:26
Ich liebe solche alten Sachen, habe noch Briefe die die Schwester meiner Mutter an sie geschrieben hat, das alte Familienbuch meiner Oma u. meiner Mutter. Ich stöbere gerne darin herum u. ja, es macht mich auch nachdenklich!
Letztens habe ich eine Dokumentation von Zille auf Phoenix geguckt u. fand es einfach klasse!
Wollte mal Archäologin werden!!
Januar 25, 2008 at 10:23
Oh Archäologin ich auch
Ich schau mal daheim wie die Bücher genau heissen, weil ich mir nicht ganz sicher bin!
DANKE Dir für das Kerzchen *drück* Das ist total lieb!
LG
Januar 25, 2008 at 10:25
Mein Abschlussarbeit vom Fernstudium dreht sich übrigens um eine Archäologin, die diese Beiden hier gefunden hat:
http://www.epochtimes.de/articles/2007/02/13/88964.html
LG
Januar 28, 2008 at 10:49
@ Netty
aus meiner eigenen Familie habe ich persönlich leider gar keine solchen Dinge. Meine Eltern haben Fotoalben, aber das wars dann auch schon.
Du wolltest mal Archäologin werden?
Toll! Mir war das ganze immer ein bisschen unheimlich. Aber ich bin ja auch ein Angsthase 
Diese Geschichten von den Archäologen die den Sarg eines Pharaos entdeckten und kurz nachdem sie ihn geöffnet hatten, einer nach dem anderen starben *grusel*!
@ buchmaus
oh ja, schau nach, ich bin gespannt, ich brauche nämlich mal wieder neues Lesefutter!
Januar 28, 2008 at 6:19
Endlich dazu gekommen
))
Brenda Joyce – Kates Geheimnis
Susanne Kearlsey – Mariana
LG
Januar 31, 2008 at 8:58
@ buchmaus
Danke!!! Ich werde mir die Bücher gleich mal anschauen.