Es regnet, es ist eisig kalt und es ist natürlich Montag. Dabei war das Wochenende doch so schön. Samstag haben wir den halben Tag im Bett vergammelt und die andere Hälfte vor dem Fernseher auf der Couch.
Abends im Kino lief „No Country for Old Men“. Nicht ganz mein Geschmack, zieht sich ziemlich. Ein alter Sherrif fühlt sich mit einem brutalen skrupellosen Mörder aus der Dorgenschmugglerszene überfordert.
Am Sonntag dann war ich nach ganzen zwei Monaten ärztlicher Zwangspause endlich wieder reiten. So schön es war, meine untrainierten Muskeln beschwerten sich heute morgen als ich aus dem Bett kroch heftigst, und ich watschle nun schon den ganzen Tag mit O-Beinen durch die Gegend, so als ob ich, na ja, noch immer ein Pferd dazwischen hätte.
Stilgerecht kam ich heute vormittag also nicht nur wegen der schlechten Witterung mit Jeans und Cowboystiefeln ins Büro.
Ansonsten umgibt mich wie immer der ganz normale alltägliche Wahnsinn. Der Hit war heute Karate Kid, der 20 Minuten lang verzweifelt versuchte, sich über die Videoanlage in eine Konferenz einzuwählen, bis er kapierte, dass es eine Telefonkonferenz und keine Videokonferenz war.
Chefe hat Probleme zu Hause, das sehe ich ihm ganz deutlich an. Begonnen hat das ganze letzte Woche mit einem überraschenden Anruf der Schule, in der seine zwei Sprösslinge mehrsprachig aufwachsen. Am Freitag kam er unangekündigt nicht ins Büro und auch heute ist er mit den Gedanken ganz wo anders.
Hat da einer von Daddys Lieblingen etwa was ausgefressen?
Na ja, ich mische mich nicht ein. Wenn es wirklich was spannendes zu hören gibt, sickert es eh irgendwann durch. Ich halte es da mit den Geiern, ich kann warten.
Gelesen habe ich auch was. Nämlich „Wer ist eigentlich Paul?“ von Anette Göttlicher. Und ich muss gestehen, es ist bei weitem das langweiligste Buch, das ich ich mir seit Jahren zu Gemüte geführt habe.
Marie ist verliebt in Paul, doch Paul reagiert nicht wirklich auf ihr Ansinnen und zeigt ihr bis auf ein paar heisse Stunden Sex (so alle zwei Monate einmal) ein ganzes Jahr lang die kalte Schulter. Der Leser darf somit verfolgen, wie Marie ein ganzes Jahr lang leidet, sich das Gehirn zermartert und Dinge ohne Paul unternimmt um sich abzulenken.
Tja, und das war sie dann auch schon die Handlung.
Ich gebe zu, das ganze ist recht witzig geschrieben, aber bis auf die paar Erinnerungen an meine Heimat Bayern, die Berge und das Skifahren, hat das ganze bei mir null Emotionen hervorgerufen.
Dass ich es bis zum Ende gelesen habe, ist nur der Tatsache zu verdanken, dass ich mir dachte, ich könnte vielleicht was draus lernen und zwar, wie man ein Buch nicht schreiben sollte. (Und ein klitzekleinbisschen deshalb, weil ich tief in meinem Herzen dachte, ich geb ihr nochmal eine Chance, vielleicht wird es ja doch noch irgendwann spannend.)
Schon auf der ersten Seiten dachte ich, hey das ist doch wohl eine schlechte Kopie von Mondscheintarif (mit Betonung auf schlecht). Dreist fand ich dann aber, dass die Autorin sich auch immer wieder auf diesen Bestseller von Ildiko von Kürthy bezieht (was im Moment leider alle Autorinnen tun, die glauben sie seien toll. Ich finde das einfach nur abartig einfallslos).
Das Buch ist angeblich aus einem Blog heraus entstanden. Na ja, als Blog mag das ganze vielleicht auch funktioniert haben, denn einzeln genommen sind die Momentaufnahmen von Maries Leben ja auch ganz witzig, aber als Geschichte mit Höhepunkten und Spannungskurve ist das ganze absolut ungeeignet.
Februar 18, 2008 at 8:19
Sehr schön, von Deinen Erlebnissen zu lesen! Es war also mal wieder ein ganz normaler Montag, ohne Höhen und Tiefen. Na ja, man kann halt nicht ständig Erfolgserlebnisse oder Glücksmomente haben.
Ich habe aber natürlich tiefstes Mitleid mit dem O in Deinen Beinen. Stelle es mir soeben vor, dann noch die Cowboy-Stiefel…
Vielleicht solltest Du zukünftig ohne Sattel reiten, scheuert nicht so doll und überhaupt, Haut auf Haut trägt ja nicht so dick auf.:-)
Ich wünsche Dir allzeit einen guten und sanften Ritt,
Kvelli
Februar 19, 2008 at 8:46
Oh Mann wie furchtbar, hatte das Buch auch schon in Händen, aber hierzulands hat mich das Cover schon abgeschreckt und ehrlich gesagt, dachte ich auch schon an die Kürthy dabei … Kopien sind furchtbar. Es mag ja die ein oder andere geben, die in dem Stil schreiben KANN, aber man sollte es nicht zwanghaft versuchen *graus*
Und sowas findet einen Verleger?!
LG
Februar 19, 2008 at 9:05
@ Kvelli
Das Problem ist nicht das Scheuern, mit der geeigneten Kleidung ist so ein Sattel sehr bequem.
Das Problem ist, dass man sehr viel Kraft in den Beinen braucht. Stell dir vor du sitzt 1 Stunde lang auf einem Stuhl und musst mit den Unterschenkeln alle paar Sekunden seitlich Kraft auf die Stuhlbeine ausüben, dich gleichzeitig auch noch rhytmisch erheben und wieder hinsetzen, Schlenker ausgleichen, etc.
Und dann nach dieser Stunde stehst du auf und versuchst zu gehen. Der Muskelkater ist phänomenal!
Nie die Wetten-Dass-Sendung gesehen in der eine Reiterin gegen einen Schwergewichtboxer im Kniedrücken antrat?
@ buchmaus
Das Cover ist wirklich nicht toll, aber der Klappentext hörte sich bei Amazon im ersten Moment gar nicht so schlecht an. Tja, und *tapp* war ich auch schon in der Falle.
Dieses Buch hat nicht nur einen Verleger gefunden, sondern es gibt inzwischen glaube ich sogar schon die 4. Fortsetzung?!!!!!
Ich verstehs nicht. Aber es muss anscheinend Leute geben, die sowas gerne lesen.
Februar 19, 2008 at 11:24
azahar@
C-:
ich dachte es sein sonnig und warm bei dir?
ein sonntag im bett
ist lässig und nett.
Februar 19, 2008 at 11:48
@ m…t
Sonnig und warm? Habe ich das behauptet?
Februar 20, 2008 at 10:52
Und was ist nun mit der amerikanischen Firma?
Februar 20, 2008 at 10:54
Und was ist mit dem Romanexperiment? Und wieso fidne ich keine Emailadresse von dir?
Februar 22, 2008 at 1:46
Na, ich warte mit Dir wie ein Geier auf Chefe’s Probleme! *über Dein Blog kreisend*
Februar 26, 2008 at 9:46
@ Claude
meine e-mail
azahar_vlc [ät] yahoo [punkt] es
@ Netty

ich liebe die Geier aus dem Dschungelbuch!