So, ich hab jetzt mal schnell einen Schluss zusammengezimmert. Was haltet ihr davon? Besser mit oder ohne?
Einen ausführlicheren Bericht über den (leider) vergangen Osterurlaub gibt es, sobald mich Chefe, Little Rock und Co mal wieder ein bisschen atmen lassen. Im Moment mache ich nur noch Überstunden.
Haltet die Ohren steif! ;-)
Besos,
sagt Azahar

 

„Das ist nicht wahr, oder?“, stieß Beate hervor und stellte ihre Kaffeetasse so heftig auf den Untersetzer, dass dieser klirrte.
Wir hatten uns wie immer Montagabend in unserem Stammcafé getroffen und ihre Augen waren, während ich ihr das am Wochenende vorgefallene, erzählt hatte, immer größer geworden.
„Ich glaube es einfach nicht“, stöhnte sie noch einmal. „Und was ist dann passiert? Hast du mit Wolfgang Schluss gemacht? Hast du ganz einfach ja gesagt? Und vor allem: Wo war Stefan?“

Bei dem Gedanken daran musste ich, jetzt im Nachhinein, unwillkürlich grinsen, dabei war die Angelegenheit alles andere als lustig.
Wolfgangs Gesichtsausdruck hätte man durchaus mit dem Wort entsetzt beschreiben können, als er mich, auf seinen sicherlich hundertmal geprobten großen Auftritt hin, in Tränen ausbrechen sah.
„Aber Kerstin, was ist denn mit dir?“ Er hatte noch immer vor mir kniend, wie flehend eine Hand um mein Bein gelegt.
Ich war nicht fähig gewesen zu antworten, das Schluchzen war in Schluckauf übergegangen, meine Nase hatte angefangen zu laufen was das Zeug hielt und ganz abgesehen davon, was hätte ich ihm auch sagen sollen?
Fürsorglich wie immer hatte Wolfgang eine Packung Klenex geöffnet und hatte mir dann eines der flauschigen, nach Eukalyptus duftenden Tüchlein gereicht.
In dem Moment hatte es an der Haustür geklingelt.

„Stefan!“, unterbrach Beate aufgeregt meine Erzählungen.
„Nein, noch viel besser“, antwortete ich und konnte den leichten Sarkasmus in meiner Stimme nicht verbergen.

Kaum hatte Wolfgang die Wohnungstür geöffnet, war nämlich kreischend und zeternd eine mir vollkommen unbekannte dunkelhaarige Frau in unseren Flur gestürmt und auf meinen ach so süßen Liebsten losgegangen.
Zuerst war ich ihm ja noch zur Hilfe geeilt, verheult und verrotzt wie ich war, dem Schuft, dem Betrüger, wie die Dunkelhaarige ihn nannte.
Einfach sitzen gelassen, hätte er sie. Das Wochenende, das sie zusammen in Garmisch-Partenkirchen gebucht hatten, mit einer fadenscheinigen Begründung abgeblasen, hätte er.

„Dieses Schwein!“, empörte sich Beate. „Ich hoffe du hast ihm sofort den Laufpass gegeben.“
„Beinahe…“, antwortete ich.

Im schönsten Chaos hatte sich nämlich die Schlafzimmertür geöffnet und Stefan war vollkommen verstruppelt über deren Türschwelle gestolpert.
„Man, Kerstin, was ist den hier los?“, hatte er gemurmelt und sich verschlafen die Augen gerieben.

„Den Rest kannst du dir vorstellen“, sagte ich seufzend zu Beate und nahm einen Schluck von meinem inzwischen kalten Kaffee.
Beate schwieg betreten. „Dann ist es also jetzt tatsächlich aus zwischen euch?“, fragte sie dann vorsichtig.
Ich sah von meiner Kaffeetasse auf. „Vielleicht fängt es auch gerade erst an“, antwortete ich nachdenklich.