Man, es gibt ja wohl nichts schrecklicheres als Montagmorgen.
Schatz rumorte heute schon um 5:00 durch die Wohnung und bis ihn das Taxi um 5:40 endlich abholte, war ich übelst gelaunt. Schlief danach aber trotzdem nochmal ein. Träumte wirres Zeug, ignorierte den Wecker, und als ich endlich die Augen aufschlug, war es schon 07:36.
So morgendliche Träume lassen mich immer vollkommen benommen zurück. Die Dinge die mein Gehirn da entspinnt, sind noch so greifbar und ich kann nicht genau sagen, ob es nicht vielleicht doch wirkliche Erinnerungen sind.
Halb verschlafen quäle ich mich unter die Dusche und brauche für alles eine Ewigkeit. Zerre dann irgendwelche Kleidung aus dem Schrank. Meine Augen sind geschwollen und ich kann das Gefühl, dass mein Körper eigentlich wieder in diese Traumwelt zurückkehren sollte, dass er vollkommen fehl am Platz ist, wenn er nach draussen in die frische Morgenluft geht und über den Parkplatz zum Auto läuft, nicht abschütteln.
Zu meiner Freude, sah ich heute morgen als ich auf das Firmengelände kam, auch noch Chefes Auto dort parken. Normalerweise taucht er nie vor halb zehn hier auf. Warum heute? Warum am Montag?
Nun quäle ich mich schon gut 2 ½ Stunden vor meinem Computer ab und mein Zustand hat sich nicht wirklich verbessert. Meine Augen sind noch immer geschwollen und tränen, ich habe keine Lust mich auf irgendetwas zu konzentrieren. Träumen oder Geschichten erspinnen, könnte ich dagegen im Moment sehr gut, einfach abtauchen. Aber das darf ich nicht, und so tue ich gar nichts.
Wie war das gleich nochmal? Zu viele Alpha-Gehirnwellen? Angeblich stellen die ja die Verbindung zwischen Wachzustand (Beta) und Traum/Unterbewusstsein (Theta) her.
Ich weiss, dass es ein reiner Willensakt wäre, mich jetzt an die Bearbeitung von ein paar Rechnungen zu setzen. Aber ich will nicht. Mein jetziger Zustand ist zu angenehm.
Dabei wollte ich doch etwas ganz anderes schreiben. Azahar reiss dich zusammen!
Irgendwann vor einigen Jahren habe ich mich nämlich auf dieser Stay-Friends Website eingeschrieben, wo man mit alten Mitschülern in Kontakt treten kann. Nicht, dass ich dort jemals wieder hingeschaut hätte, aber letzte Woche hatte ich eine e-mail von eben jener Website in meinem Postfach, die behauptete, ich hätte eine private Nachricht erhalten. Eigentlich wollte ich das ganze schon in den virutellen Papierkorb befördern, doch irgendetwas veranlasste mich, diese Nachricht dann doch aufzurufen.
Es war ein Werbeschreiben von einem gewissen Book-on-Demand Fachbuchverlag (Name auf Anfrage), der behauptete, er wäre bei einer Recherche an der Bibliothek meiner Uni auf meine Diplomarbeit gestossen (Titel mit Jahresangaben zitiert) und da das Thema in ihr Verlagsprogramm passen würde, wären sie an einer eventuellen Veröffentlichung interessiert.
Was ist denn das bitteschön für eine Art?!
Ja, ich gebe zu, meine Diplomarbeit ist im Bibliothekskatalog meiner Uni zu finden (auch übers Internet) und dass mein Name auf jener Website eingetragen ist, ist nicht zu leugnen, und natürlich war mir schon immer bewusst, dass das Internet jederman zugänglich ist, deshalb habe ich mich bis jetzt auch geweigert bei Facebook oder solchem Zeug mitzumachen, aber diese Art von Werbung finde ich dann doch die Höhe.
Vor allem deshalb, weil dieses Verlagshaus ganz gezielt mit den Hoffnungen der angeschriebenen Personen spielt. Wow toll, die haben mich ausgewählt!
Und wenn diejenige Person dann keine Nachforschungen anstellt, wird sie niemals bemerken, dass genau die gleiche e-mail an alle anderen Absolventen ihrer Universität ebenfalls rausgegangen ist.
Dieser Verlag muss jedenfalls ein Heidengeld mit diesen angeblichen Veröffentlichungen verdienen, damit er sich auf so unseriöse Weise bemerkbar macht, ohne um seinen Ruf zu fürchten. Und vor allem muss ihm das ganze so viel wert sein, dass er sich die Mühe macht, das halbe Internet zu durchsuchen um an die Kontaktdaten der zu ködernden Personen zu kommen.
Nun, auf seiner Website gibt er sich recht aufgeräumt und betont immer wieder, dass es nicht zur Firmenphilosophie gehöre den angehenden Autoren das Geld aus der Tasche zu ziehen. Die Veröffentlichung wäre vollkommen kostenlos. 5 Freiexemplare inklusive.
Sucht man nach einem Verlagsprogramm, wird man nur darauf verwiesen, dass alle Bücher bei Amazon etc. erhältlich wären.
Nun, die Meinungen in verschiedenen Internetforen sind nicht unbedingt negativ, für jemanden der unbedingt sein Geschreibsel veröffentlicht sehen will, bitteschön, aber sollte man wirklich ernsthaft eine Publikation anstreben, ist sie bei diesem Verlag vollkommener Unsinn.
Marketing scheint es nicht wirklich zu geben und die Bücher kosten anscheinend am Ende im Handel durchschnittlich so um die 50 Euro. Wer kauft sich sowas, wenn er nicht zufällig gerade händeringend nach Informationen zu diesem einen bestimmten Thema sucht? Mal ganz ehrlich, ein grosser Teil aller Diplomarbeiten etc. die auf dieser Welt geschrieben werden, sind so spezifisch (oder so weit entfernt von jeglichem öffentlichen oder sogar fachlichem Interesse), dass sich ausser anderen Diplomarbeitenschreibern niemand jemals dafür interessieren wird. Und welcher Student hat eben mal 50 Euro locker?
Um ehrlich zu sein, kurz habe ich auch daran gedacht: Wenn mich das ganze tatsächlich nichts kostet, warum nicht? Und wenn ich am Ende des Jahres damit nur ein paar Kröten verdiene, dann zahlt sich die ganze Mühe, die ich mir mit der Diplomarbeit gegeben habe, wenigstens noch ein bisschen aus.
Inzwischen bin ich aber der Meinung, dass ich mich für sowas nicht hergeben kann und will.
Noch ist mir nicht ganz klar, wie dieser Verlag aus der massenhaften Ansammlung von Diplom- / Doktorarbeiten etc. Gewinne zieht.
Tatsächlich durch den Verkauf?
Nehmen wir mal an: Von 100 zum Verkauf angebotenen Büchern/Diplomarbeiten findet eine übers Internet tatsächlich einen verirrten Käufer. Der Verlag zahlt dem Autor 1 Euro dafür oder 10 Cent oder 0,001 Cent, wie auch immer, sagen wir ganz einfach mal, dem Verlag bleiben 49 Euro abzüglich Produktionskosten etc.
Davon kann doch kein Unternehmen leben? Oder macht Kleinvieh tatsächlich so viel Mist?
April 15, 2008 at 6:01
guten morgen

heute ist schon dienstag
bei euch ist sicher super wetter. hier regnet es nur und der frühling will nicht kommen
das mit den augen liegt vielleicht nicht nur an der müdigkeit, hol dir doch mal tropfen gegen trockene augen ..
ja so ne ähnliche mail hatte ich auch schon … nicht wegen dipl. arbeit .. was hast du eigentlich studiert?
ich finds ne frechheit… und deine spekulationen sind schon richtig … wahrscheinlich steht das nur auf der webseite so, dass es nichts kostet … im kleingedruckten auf dem vertrag steht da sicher was GANZ anderes!
lg und eine schöne woche
April 15, 2008 at 1:09
schön, diese augenwischerei… kann mir schon denken, welcher verlag das ist. und wenn du dich meldest erklären sie dir dann, dass eine buchproduktion dich nur 3000 euro kostet oder mehr *g*
und trotzdem fallen da immer wieder leute drauf rein
wenn ich mich recht erinnere, macht man die diplomarbeit in x kopien, wobei eine immer in der uni-biblio landet. oder verwechsel ich da was?
April 15, 2008 at 3:00
@ buchmaus
ja, inzwischen ist schon Dienstagnachmittag! *freu* Jetzt kanns eigentlich nur noch aufwärts gehen.
Das Wetter ist zwar sonnig, aber trotzdem relativ kühl – es geht schon seit Tagen ein starker Wind (mögen meine Augen übrigens auch nicht…)
Das mit den geschwollenen Augen habe ich schon seit ich ein kleines Kind war, da bekam ich sie morgens manchmal gar nicht auf.
Was ich studiert habe? – Diplom Übersetzerin (Engl. / Sp. / Dt.)
Na ja, ich habe schon zur Genüge von Druckkostenzuschussverlagen etc. gehört und bin deshalb extrem vorsichtig. Laut den Meinungen im Internet, verlangt dieser Verlag anscheinend tatsächlich kein Geld, aber drauf ankommen lassen, würde ichs auch nicht.
Ausserdem hat man ja als (hoffentlich) angehender Autor auch noch einen Ruf zu verlieren
@ wortman
ja, das ist ja gerade das schlimme, dass immer wieder Leute drauf reinfallen! Aber wenn man über das Thema nicht informiert ist, wie soll mans dann auch wissen? Ich denke, stutzig sollten die meisten wirklich dann werden, wenn sie auf der Webpräsenz an jeder Ecke zu lesen bekommen, dass das ganze GARANTIERT kostenlos ist. Da muss doch irgendwas faul dran sein!
Ich glaube ich musste meine Diplomarbeit damals in 5 facher Ausführung einreichen, wenn ich mich nicht ganz täusche.
Und ein Exemplar geht auch an die Uni-Bibliothek, ganz richtig. An meiner Uni, allerdings ins Archiv der Bibliothek, wo man sie dann bestellen muss, wenn man sie sehen will. Ist also eigentlich nicht sofort öffentlich zugänglich.
Und wie bitteschön will ein Verlag beurteilen ob etwas in sein Programm passt, bzw. gut genug geschrieben ist, wenn er den Text nicht einmal gesehen, geschweige denn gelesen hat?
April 15, 2008 at 4:00
das kann der verlag so nicht beurteilen, daher gehe ich eher davon aus, es ist anwerbung von zahlungsfreudigen doofen