Monseñor und ich haben ja unser persönliches Stimmungsbarometer (Angaben auf einer Skala von 1 bis 10), das mindestens einmal am Tag ausgewertet wird.
Heute steht es (wenn auch aus verschiedenen Gründen) schlimm um uns, denn die Skala reicht nicht mehr aus um unser Befinden anzugeben.
Monseñor ist O-Ton “hasta los cojones (excuse my French)”
Und ich? Ich warte darauf, dass der Tag irgendwie vorbeigeht.

Dieser frustrierenden Vollzeitbeschäftigung habe ich mich auch schon gestern ohne grossen Erfolg gewidmet. Es gibt einfach zu viele Dinge, die getan werden wollen, denen ich aber so gar keinen Enthusiasmus entgegenbringen kann. Allen voran die Übersetzung einer 13 seitigen Berufung gegen ein Gerichtsurteils vom Katalanischen ins Englische. Seit gestern Nachmittag quäle ich mich unsäglich langsam und von vielen Pausen (Internet, Kaffee, Rechnungen einbuchen, Papiere ordnen, mit China telefonieren, noch nicht fällige Berichte zusammenstellen) unterbrochen von einem Satz zum nächsten.

Que passo a formalitzar el recurs de Suplicació anunciat en el seu dia, contra la Sentència dictada per l’esmentat Jutjat Social, en les referides actuacions.

Sorry, aber ich finde die katalanische Sprache einfach furchtbar. Mir kommt es immer so vor, als hätte da jemand aus reiner Böswilligkeit das Spanische entstellt und dann eine ganze Region dazu gezwungen, diese Wortklumpen so auszusprechen als würden sie gerade ihre eigene Zunge verschlucken.
Ja, ich weiss, alle Sprachen haben ihre Daseinsberechtigung und sind eine kulturelle Bereicherung, aber nicht so lange ich damit belästigt werde!
Ständig pochen die Katalanen darauf, dass sie eine eigene Sprache haben, aber gleichzeitig setzen sie automatisch voraus, dass man perfekt Katalanisch versteht, wenn man Spanisch kann, so als obs die selbe Sprache wäre.
Opportunisten! Ihr dreht euch doch auch nur nach dem Wind!

Ganz abgesehen davon hab ich mal wieder null Bock auf gar nichts. Arbeit ist doch die reine Zeitverschwendung! Ich hätte zu Hause so viel zu tun! Bin nämlich gerade dabei eine ordentliche Grundstruktur für den Roman, den ich mit meinem Romanprojekt (das spätestens nächste Woche wieder online ist, versprochen, hoch und heilig, wirklich, echt und ganz ehrlich!) angefangen habe, auszuarbeiten. Komplexe vielschichtige Figuren mit Vergangenheit, Konflikte, kausale Zusammenhänge…
Dieser ganzen Theorie habe ich mich ja bis jetzt immer verschlossen, da ich mir dachte, die Geschichten erzählen sich schon von selbst und man lernt die Figuren auch als Autor erst so nach und nach kennen. Teilweise ist das natürlich so, aber eben nur teilweise.
Doch nachdem ich mich in den letzten Wochen eingehender damit beschäftigt habe, ist mir klar geworden, was ich bisher alles verpasst habe und vor allem welche Probleme ich mir selbst hätte ersparen können, wenn ich von vorn herein… Aber wie heisst es so schön? Hochmut kommt vor dem Fall.
Über den ganzen Prozess mehr im dazugehörigen Blog. Nächste Woche! Wie gesagt…

Vorher muss ich mir noch einen Teil der Doktorarbeit meiner kleinen Schwester reinziehen und vor allem korrigieren. Es geht dabei um Tests die einen bestimmten Virus im Blut von Vögeln nachweisen bzw. Impferfolge bestätigen sollen.
Na ja, Begriffe wie Enzyme-linked immunosorbent assay oder Haemagglutination inhibition Test, liegen mir immerhin mehr als das verschnörkelte Gebrabbel der Juristen.