Heute Mittag erzählte mir Paquiii!!!s Schwester (die jetzt den Posten am Empfang übernommen hat), sie hätte vor kurzem einen Artikel gelesen, der behauptete, dass unsere Wahrnehmungen und Erinnerungen nur zu 26% der Realität entsprechen. Unser Gehirn verändert jeden Sinneseindruck schon in dem Moment, in dem es ihn erhält, entsprechend vorheriger Erfahrungen und Erlebnisse, oder ganz einfach weil es damit nicht zufrieden ist.
Zu 74% leben wir also ein einer fiktiven Welt.

Ob das nun stimmt oder nicht, ich fand allein die Vorstellung hochinteressant.
Wir leben also rein theoretisch alle in einer Geschichte, einem Roman, einem Film, den wir uns selbst ausdenken und erschaffen. Nicht bewusst natürlich.
Demnach müsste der Kreativität der Menschen eigentlich keine Grenzen gesetzt sein. Jeder von uns ist ein kleiner Künstler.

Aber wenn meine Vorstellung von meinem Leben nun nicht real ist, wie sieht dann mein wirkliches Leben aus? Gibt es irgendeine Möglichkeit, dieses, mein echtes Leben in der Realität kennenzulernen?
Und will ich das überhaupt? Denn wenn mein aktuelles Leben nicht real ist, könnte das ja bedeuten, dass mein Leben in Wirklichkeit 74 mal schlechter ist, oder aber natürlich auch, dass es 74 mal besser ist. Im zweiten Fall wäre ich in meinem fiktiven Leben aber schon ein ganz elender Pessimist.

Wenn ich es mir genau überlege, könnte hinter dem ganzen tatsächlich ein wahrer Kern stecken. Wer ist schon objektiv? Wer verübt keine unnötige Selbstkritik. Wer nimmt sich selbst und seine Umgebung tatsächlich so wahr wie er/sie ist? Ohne Vorurteile?

Wollte man also sein reales Leben kennenlernen, müsste man seine Umwelt fragen. Doch leider ist deren Wahrnehmung auch zu 74% fiktiv.