Manchmal frage ich, wer hier mehr schwanger ist. Mein Mann oder ich. :-D
Ständig hat er Lust auf Süsses. Heute musste es bei Ben & Jerry’s ein Brownie mit Eis (Strawberry Cheesecake) und Schokoladensauce sein. Danach hatte er aber immer noch nicht genug und wir mussten beim Supermarkt vorbei um Brownies und mehr Eis zu kaufen, damit er sich zu Hause noch eine Portion richten konnte. Brownies gab es leider nicht, deshalb wurden es schliesslich Chocolate Chip Cookies, Nutella und Eis, ersteres in der Mikrowelle warm gemacht.
Ausserdem habe ich den Auftrag erhalten im Internet nach einem Brownierezpet zu suchen, denn die guten 900 noch verbleibenden Milliliter Eis wollen in Zukunft ja standesgemäss verzehrt werden. :-D

Und mal wieder muss ich mich entschuldigen, dass ich so lange nichts habe hören lassen. Aber irgendwie hatte ich in den vergangenen Wochen überhaupt keine Lust zu schreiben. Nicht mal an meinen Romanen habe ich irgendwas getan. Liegt alles vollkommen brach… tja…

Bis zum Entbindungstermin sind es noch gut 6 Wochen, aber es sieht so aus, als würde es die Kleine ein bisschen eiliger haben. Bis jetzt sitzt sie noch störrisch aufrecht in meinem Bauch und denkt gar nicht daran sich umzudrehen, trotz Moxen etc. Der Arzt meinte, bei Beckenendlage würden sich die Babys wohl früher auf den Weg machen. Na, wir dürfen gespannt sein.
Mein Schatz ist deshalb vollkommen aus dem Häuschen, weil er in der zweiten Maiwoche eine wichtige, (nein, eigentlich DIE wichtigste) Messe des Jahres in Barcelona hat und dort natürlich nicht fern bleiben kann, wenn das Baby noch nicht da ist.

Ach ja, gerade eben hat er mich um einen Pfefferminztee gebeten… ;-) Habe ich es nicht geahnt!

Tja, es babyt immer mehr. Jetzt kann man sich dem ganzen wirklich nicht mehr entziehen. Erstens wächst der Bauch und ich sehe aus wie ein kleines Fässchen auf Beinen. Zweitens macht sich die Kleine immer mehr bemerkbar, – sie liebt die linke obere Ecke meines Bauches und ich fühle mich ständig etwas schief ausgebeult ;-) , der Heavy Metal Musik meines Schatzes hat sie sofort wild strampelnd den Kampf angesagt und ich wollte meinen Ohren nicht trauen, aber seit neustem hört er Klassik! Drittens müssen so viele Dinge getan und gekauft werden, die alle mit dem Nachwuchs zu tun haben.

Der Kinderwagen steht ja schon seit Ende des Winterschlussverkaufs bei uns in der Wohnung rum und meine Mutter wäre fast in Ohnmacht gefallen, als sie hörte, wie viel sowas heutzutage kostet. Na ja, ich fand den Preis eigentlich ganz in Ordnung, vor allem weil man hier in Spanien meist Kombimodelle bekommt, die mit den entsprechenden Umbauten sowohl als Kinderwagen, Sportwagen und Babysitz fürs Auto verwendet werden können.
Seltsam, dass wir damals als wir klein waren alle Autofahrten in einer schlapprigen Tragetasche auf dem Rücksitz überlebt haben…

Die vergangenen Wochenenden haben wir uns dann auf die Suche nach Gitterbett und Stubenwagen gemacht und sind inzwischen auch fündig geworden. D.h. die Matratzen fehlen noch und vom Stubenwagen haben wir bis jetzt nur den unteren Teil, aber wir haben ja auch noch gute 2 ½ Monate Zeit. Ich kann euch sagen, es ist gar nicht so einfach, etwas einigermassen geschmackvolles zu finden. Also einfach nur aus Holz in weiss oder natur ohne irgendwelche hässliche Aufkleber, Details oder schreiende Farben.

Viel mehr werden wir für die Kleine schon auch vorerst nicht mehr anschaffen. Ein babygemäss dekoriertes, gestrichenes und bemöbeltes Zimmer ist nicht vorgesehen und schon gleich gar keine rosafarbene Barbie-/Minimaus-/Glücksbärchenausstattung. Hatten wir als Kinder auch nicht und ich denke, es ist uns gut bekommen.

Na ja, fehlen noch Kleidung, Wickelunterlage, Badewanne, Windeln etc. aber das wird sich schon noch ergeben. Erstmal muss ich das ganze Zeug sichten, dass meine Mutter uns schicken wird. Zumindest weisse Neugeborenenhemdchen dürften mehr als genug darunter sein (und vielleicht doch die rote Frotteekatze ohne Ohren und mit platten Schwanz…) Was man einem so kleinen Baby bei der spanischen Sommerhitze anziehen soll, lässt mich eh zweifeln. Für mich persönlich ist die Hitze jedes Jahr ganz einfach furchtbar und ich kann mir nicht vorstellen, dass so ein kleines Geschöpf die leichter ertragen kann als ich. Das ist wirklich das einzige, was mir so richtige Sorgen macht.

Seit drei Wochen gehen wir nun auch zum Geburtsvorbereitungskurs. Der von der Seguridad Social (staatliche Krankenversicherung) ist ja kostenlos und wir haben wirklich ein unglaubliches Glück mit dem Gesundheitszentrum, dem wir wegen unserem Wohnort zugeteilt sind. Dort arbeitet anscheinend die einzige Hebamme von ganz Valencia, die fortschrittlich denkt und man kann wirklich was bei ihr lernen. Es kommen sogar Leute aus anderen Stadtteilen.

Zuerst hat sich Schatz ja noch gesträubt (so von wegen Geburt, lieber nichts hören und sehen, dann wird es schon irgendwie an mir vorüber gehen), doch nun verschiebt er sogar Geschäftsreisen dafür. Diese Woche wird es darum gehen, wie man das Baby badet etc. und das kann sich natürlich kein werdender Vater entgehen lassen. Vielleicht sollte ich ihn allein hinschicken und derweilen zu Hause ausspannen, das mit dem Stillen hat er jedenfalls schon perfekt drauf. ;-)

Mal schaun, ob er auch noch so eifrig bei der Sache ist, wenn es dann mal wirklich um die Geburt geht. Ich war ja bis jetzt auch ein paar mal in den Kurs, der in „unserer“ Klinik angeboten wird (leider nicht kostenlos und leider zu früh, wenn man normal arbeitet), und da werden die Männer jedes mal ganz bleich und stumm, wenn sich ein Nachmittag um das Thema dreht. ;-)

Eigentlich sollte Chefe diese Woche ja in Mexiko weilen und sieben Tage lang mit seiner Gemahlin Cocktails im oder am Swimmingpool schlürfen, deshalb war ich gelinde gesagt auch ziemlich erschrocken, als ich ihn am Montagmorgen gleich hinter mir auf den Firmenparkplatz fahren sah.

Auf meine Frage hin, was denn passiert sei (hatte ich etwa die Flugbuchung vermasselt?!) meinte er nur: „Morgen kommt die Konkurrenz vorbei. Estamos fotuts.“ Letzteres ist eine sehr unortodoxe Mischung aus Spanisch und Katalanisch und bedeutet so viel wie: Jetzt stecken wir bis zum Hals in der Scheisse.

Nachdem die Nachrichten, die schon seit 2 Wochen im Internet kursierten, von Corporate Communications immer wieder als Unsinn dementiert wurden, ist es nun so gut wie offiziell (d.h. niemand hat etwas konkretes gesagt, aber leugnen kann es auch keiner). Unser grösster Konkurrent wird sich uns einverleiben. Dass dabei, wie bei jedem Festmal, ganze Berge an Abfall und Überresten bleiben, ist nur normal.

Gerade eben habe ich mit meinem Lieblingsingenieur in Dtld. gesprochen und der meinte, dort wären gerade alle am bangen und zittern, denn heute würde bekanntgegeben, wer in der ersten Kündigungswelle rausfliegt, und das sind anscheinend nicht gerade wenige.

Hier in Spanien hängen wir dagegen immer noch in der Schwebe, oder das Damoklesschwert über uns, wie man es nehmen will.

Auch die Fleischbeschau gestern hat keinen wirklichen Anhaltspunkt für uns normale Arbeitsbienen geliefert. Wir wurden alle in einer Reihe aufgestellt und dann wurden Zähne, Knochen, Fettansatz um die Hüften usw. geprüft. Ob sie uns als Schlachtvieh haben wollen, ob wir noch für die Feldarbeit taugen, oder sie uns gleich den Gnadenschuss geben werden, weiss aber keiner. Zumindest für ein paar Kilo Seife sollte es doch wohl noch reichen!

Chefe ist, seitdem die Menschenhändler wieder weg sind, nicht mehr ansprechbar und in einer extrem miesen Laune. Ich halte also wohlweislich meinen Mund, dafür aber meine Ohren offen. Und ich bekomme immer mehr das Gefühl, dass das ganze auf einen Gnadenschuss hinausläuft.

Gestern überhörte ich ein Gespräch, dass er aller Wahrscheinlichkeit nach mit seiner Ehefrau führte, und glaubte etwas wie „die haben kein Interesse an unserem Werk“ zu verstehen. Heute morgen beschwerte er sich gegenüber Karatekid, dass sie jetzt gleich eine Telekonferenz mit dem CEO hätten, „Nur, für was noch?“

Nein, ich mache mir keine Hoffnungen mehr. Dass meine Zeit in dieser Firma gezählt ist, nehme ich so oder so als gegeben an. Selbst wenn unser Werk bestehen bleiben sollte, würden bei einer Übernahme wohl alle Leute aus der Führungsebene und somit ihre Anhängsel, sprich Assistenten, rausfliegen. Ehrlich gesagt, habe ich mich inzwischen sogar schon darauf eingestellt, nach dem Mutterschutz erstmal ein paar Monate zu Hause zu bleiben. Der Gedanke kommt mir auch weit verlockender vor, als mit einem knapp 5 Monate alten Baby wieder zu arbeiten anzufangen. Allein das Stillen wäre dann schon ein halbes Drama.

Mal eine ganz dumme Frage noch zum Schluss: Ist das Damoklesschwert denn dann irgendwann auch mal runtergefallen? Kann mich nicht daran erinnern, jemals davon gelesen zu haben.

Gerade kam Chefe aus seinem Büro.
Er so: „Wo kommt diese Musik her?“

Musik? Hat er jetzt Halluzinationen oder was.
Ich so: „Musik? Ich höre nichts.“

Er so: „Aber hörst du das denn nicht?“
Chefe wieder suchend zurück ein sein Büro.
Er so: „Aber das hört man doch ganz deutlich.“
Wühlt in seinem Schrank, sieht unter dem Schreibtisch nach.

Ich stehe seufzend auf und folge ihm.

Des Rätsels Lösung? Eine Internetseite, die er auf seinem Computer, aufgerufen hatte, war mit Musik hinterlegt.
AHHHHHHHH!!!!!!

So, nun hat es Chavez ja geschafft. Auf ewig wiederwählbar. Wetten, das nächste Referendum macht ihn zum König und Alleinherrscher? Freut euch, ihr Venezolaner, und geht schon mal nach Cuba zum Üben. Die Zeiten des „damedos“ sind nun ein für alle mal vorbei.

Für Chefe wird es auch langsam eng. Heute hat er den zweiten Busgeldbescheid innerhalb von 12 Monaten erhalten, bei dem ihm 6 Punkte von seinem Führerscheinkonto abgezogen werden. Schuld wie immer: Der Bleifuss auf dem Gaspedal. Wie das erste mal hat er die Punkte seiner Frau angehängt. Wenn er allerdings vor haben sollte, weiterhin auf der Strasse die Sau rauszulassen, sollte er sich für die nächste Geschwindigkeitsüberschreitung einen Plan B überlegen, denn nach Adam Riese ist das Punktekonto seiner lieben Gemahlen inzwischen so gut wie ausgeschöpft.

Erfreulich ist, dass für mich heute schon wieder Mittwoch ist und ich somit dem Montagsblues zumindest rechentechnisch ein Schnippchen schlagen kann. Ausserdem meinte einer meiner beiden Lieblingsingenieure (der Engländer mit den weissen Beinen), der zur Zeit auf Besuch bei uns weilt, dass sich jeder in unserem Werk in Deutschland schon immer auf meinen Kaffee freuen würde, wenn ein Besuch in Spanien anstünde.
„Your coffee is famous in Germany.“
Das fand ich dann doch sehr nett, obwohl mir selbst das Zeug, das ich da zusammenbraue, ganz einfach ungeniesbar scheuslich und herzrasend stark erscheint. Na ja, ich bin auch jemand der seinen Kaffee sehr sehr mild trinkt. (Wasser mit etwas Farbe ;-)   )

Eines meiner Lieblingsbücher:

Seit ihrer Kindheit fasziniert Ariana das Feuer und das Feuer interessiert sich für Ariana. Sie ist eine Farandula, eine Frau die mit dem Feuer in Kontakt treten und es bis zu einem gewissen Grad kontrollieren kann. Diese Gabe wird von ihrer Umgebung oft missverstanden, für sie jedoch reicht die Verbundenheit zu diesem Element so weit, dass sie sich als erwachsene Frau der Vulkanforschung widmet.

Als 14-jährige verliebt Ariana sich in Amadeo, einen Mann, der mehrere Jahre älter ist als sie und den eine grausame Kindheit zum Aussenseiter gemacht hat. Wie das Feuer ist er gefährlich, seine Mitmenschen verstehen ihn nicht und halten ihn für unkontrollierbar. Ariana und er fühlen jedoch eine Anziehungskraft, die weit über jegliche Äusserlichkeiten hinausgeht. Amadeo besitzt einen Zirkus, der ihn schliesslich zum Ruhm verhilft, der ihn aber auch zwingt, das Leben des Fahrenden Volks zu teilen. Ein Leben, für das Ariana nicht geschaffen ist. So können sie trotz der zärtlichen und exklusiven Liebe, die sie füreinander empfinden und die mit den Jahren, die vergehen, stetig zunimmt, nicht zusammensein.

Alle anderen Männer sind für Ariana nur ein Zeitvertreib und können Amadeo nicht ersetzen. Das bekommt auch Martin, ihr aktueller Freund zu spüren.
Doch auf einer Forschungsreise nach Griechenland, lernt sie Manuel, einen jungen Mexikaner, kennen. Und der berührt eine Seite in ihr, die sie bisher noch nicht kannte.

Feuerfrau ist ein leidenschaftlicher, erotischer und ermutigender Liebesroman über Menschen, die sich nicht in gesellschaftliche Konventionen und Moralvorstellungen pressen lassen, ihre Gefühle ohne Scham ausleben und unbeirrt das Glück auf ihre Art und Weise suchen.

Anmerkung: Leser, die mit expliziten und ausführlichen Sexszenen Probleme haben, sollten natürlich lieber die Finger davon lassen.

Heute morgen habe ich den Raucher dabei ertappt, wie er sich auf dem Firmencomputer (vermutlich aus dem Internet heruntergeladene) Pornos ansah. Eine blonde Tuss trieb es mit einer Anhängerkupplung!
Ne, oder?

Mir scheint, die menschliche Spezies glaubt, nicht nur Beziehungskrisen mit einem Baby kitten zu können. ;-)

In unserem Freundes-/Bekanntenkreis werden für 2009 nun schon 6 Kinder erwartet!!! 5 davon im Mai/Juni. Ich finde, hier ist eine wissenschaftliche Klärung notwendig!

Unsere Kleine und das Baby von M.C. und E. (Freunde aus Barcelona, gerade in Mexiko lebend) sind mit fast dem gleichen Geburtstermin Ende Mai die ersten auf der Liste.
Danach ist, so wie ich das sehe, meine stille Leserin Jana dran.
Gleich darauf schliessen sich C. und A. (fast Verwandte aus Barcelona) an.
Und danach bekommen A. (meine ungarische Austauschpartnerin aus der 7. Klasse, jetzt in Norwegen) und B. ihren Sohn.
Ende Juni wird die Welt also um 5 neue Erdenbürger voller sein!

Und vor ein paar Tagen verkündeten uns der Arzt und China, dass sie ebenfalls, vollkommen unerwartet und in gewisser Weise wegen einem Arztfehler, Anfang September Eltern werden.

Vergangenen Herbst war China nämlich bei einem Routinecheck beim Frauenarzt und der (wohl gerade in Geldnot) meinte, ob sie und ihr Mann denn in nächster Zeit daran denken würden, Eltern zu werden und ob es sie interessieren würde, sich durchchecken zulassen, ob dafür auch alles in Ordnung sei.
Zwar stand eine Familienplanung noch lange nicht an, aber die beiden stimmten zu.

Bei China war alles in Ordnung, aber die kleinen Schwimmer ihres Gemahls waren angeblich in einem verheerenden Zustand und der Gynäkologische meinte, die Chancen, dass die beiden jemals auf natürlichem Wege Nachkommen würden zeugen können, wäre eine in einer Million.

Die beiden, natürlich erstmal am Boden zerstört, beschlossen, wenn die Chancen schon so schlecht stünden, könnten sie auch gleich zu üben anfangen, vielleicht würde irgendeines der blinden Hühner ja zufällig in den nächsten Jahren doch mal ein Korn Ei finden.

Das Resultat: Drei Wochen später war China schwanger.

Von wegen blinde Hühner. Kampfadler mit messerscharfem Späherblick!

Merke: Lass nie, niemals, die Verhüterli ohne eine zweite ärztliche Meinung weg! ;-)

Manchmal würde ich die Welt wirklich gern einmal mit den Auge eines Mannes sehen. Die Wahrnehmungen dieser Spezies müssen vollkommen anders, als die der unseren, sein.
Ich sag bloss: Farbe der Zahnbürste.
Ja, wirklich!

Bei uns stecken die Zahnbürsten im Badezimmer in einem Becher. Deshalb müssen sie natürlich verschiedene Farben haben, damit wir sie nicht verwechseln. Soweit kein Problem.
Die Schwierigkeiten treten erst bei der Wahl der Farbe auf.
Es ist z.B. nicht möglich, dass meine Zahnbürste dunkelblau oder grün und die seine rot, gelb, orange oder gar rosa ist.

Warum nicht? Weil wir dann beide die gleiche Zahnbürste benutzen würden.
Er greift automatisch, reflexartig, was weiss ich, immer nach der dunkleren Farbe. Da ist nichts zu machen. Wir haben es wirklich versucht. So genannte „männliche Farben“ ziehen ihn unweigerlich an.
Nicht nur im verschlafenen Zustand hat er gegen die seltsamen chemischen Vorgänge in seinem Gehirn keine Chance.

Na, was sagt ihr Männer dazu. Ist das normal? Geht es euch auch so?

Und schon wieder hat es Chefe erwischt.
Dieses mal haben Unbekannte sein Kreditkartenlimit abgeräumt. Gut 6000 Euro in Fotoausrüstung und Antiquitäten.

Anscheinend haben sie auf irgendeine Weise eine Kopie von seiner (Firmen)Kreditkarte angefertigt, denn im Besitz der selben ist er definitiv noch, und sich dann einen netten Shoppingvormittag gegönnt. Keine Internetkäufe, sondern Bezahlungen per Karte in verschiedenen Geschäften.

Das alles deutet meiner Meinung nach auf ein paar sehr organisierte Schlitzohren hin. Denn um mit Kreditkarte zu bezahlen, muss man in Spanien normalerweise immer den Personalausweis vorzeigen. Was wohl bedeutet, dass sich im Moment irgendjemand da draussen unter Chefes Namen und mit gefälschten Papieren herumtreibt, oder aber, dass die Geschäfte, in denen die Einkäufe getätigt wurden, von Komplizen durchsetzt sind.

Ausserdem, für was kauft jemand kiloweise Objektive, Kameras und altes vergammeltes Sammelzeug? Doch nur um es im Internet wieder zu versteigern und danach Bargeld auf der Hand zu haben, von dem niemand mehr behaupten kann, es wäre gestohlen.

Chefe ist natürlich auf hundertachzig und schon gestern musste ich unzählige Anrufe tätigen um die armen Mitarbeiter des Kreditkartenservicecenters zu beschimpfen. Heute hat er diese Aufgabe selbst übernommen, da ich zum Beschimpfen unschuldiger und so gut wie handlungsunfähiger Personen nun mal nicht tauge. Ich habe deren Job ja selbst ein paar Monate lang gemacht. Ausserdem und mal ganz ehrlich geht mir das ganze ziemlich am linken Hüftgelenk vorbei und obwohl mir natürlich klar ist, dass auch mir so etwas passieren könnte, man weiss ja nie, ist Schadenfreude doch noch immer eine sehr befriedigender Zeitvertreib.

Nun ja, Chefe darf also mal wieder der Polizei einen Besuch abstatten und wenn er Glück hat, bekommt er, d.h. die Firma, den Betrag irgendwann von der Versicherung zurückgezahlt. Wann, tja, wann das wissen wir noch immer nicht, obwohl Chefe gute fünfzehn Minuten lang zuerst die bewundernswert tapfere Servicecentermitarbeiterin zusammenbrüllte und sich dann verbal an ihrem Vorgesetzten vergriff.

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