(Roman)
Martina muss mitansehen wie ihr Freund Javor bei einer humanitären Hilfsaktion im Jugoslawienkonflikt ums Leben kommt. Gefangen in Schuldgefühlen, angstvollen Erinnerungen und Sehnsucht, ist es ihr unmöglich, seinen Tod zu akzeptieren und sich von den Gedanken an die schrecklichen Erlebnisse zu trennen.
Daran kann auch Milan, der sich Hals über Kopf in sie verliebt, ohne zu wissen, wie es um sie steht, nichts ändern. Sie ist unfähig seine Liebe zu erwiedern.
Doch Milan gibt so schnell nicht auf. Er nimmt Martina mit auf eine Reise in seine Heimat Bulgarien, die sie ablenken und vergessen lassen soll, beide statt dessen aber direkt in die Abgründe der Vergangenheit führt.
Anmerkung:
Das erste Manuskript zu diesem Roman entstand in meinem 17. Lebensjahr, eigentlich aus dem Nichts heraus. Ich sass eines nachts vor dem Fernseher und stiess beim Zappen auf einen osteuropäischen Spielfilm. Ich sah nur eine Szene davon. Ein grosses flaches Frachtschiff fährt einen Fluss hinunter. Es transportiert eine riesige Leninstatute aus Stein. Jemand hat ihr den Kopf abgeschlagen, der nun schief auf der Brust des Riesen liegt. Am Ufer steht ein junges Paar. Sie halten sich an der Hand.
Zehn Sekunden später hatte ich den Fernseher ausgeschaltet, einen Block auf meinen Knien und fing an zu schreiben.
Ich weiss nicht, was damals in meinem Kopf vorging, aber es entstand zumindest andeutungsweise das Anfangskapitel, so wie es auch heute noch existiert.
Solche Dinge passierten mir damals oft. Normalerweise verstaubten diese Textteile dann in irgendeiner Schublade, aber dieses mal war es anders. Die Geschichte entspann sich wie von selbst, erzählte sich, ohne dass ich etwas dazu tun musste. Jeder Satz führte zum nächsten.
An Inhalt und Aufbau der Geschicht hat sich seit damals so gut wie gar nichts geändert. Die Art und Weise, wie sie erzählt wird, dafür sehr:
Am Anfang spielte alles in einem fiktiven Land im Osten, in dem ein fiktiver Krieg stattfindet. Mit der Zeit hat sich aber doch ein grösserer Realitätsbezug herauskristalisiert und der Jugoslawienkrieg bot sich als Schauplatz an.
Dieser Roman hat sehr wenig mit den anderen Büchern, die ich schreibe, zu tun. Er ist mehr eine Parabel. Der Leser durchläuft zusammen mit den Hauptpersonen drei Phasen, von Delirium über Praeteritum hin zu Aeternitas (Ewigkeit).